Artikel erschienen im Weekend Magazin vom 29.01.2026

Ende der "Shein"geschäfte

WIRTSCHAFT. Billigwaren aus Drittstaaten gefährden nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch unsere Gesundheit und Sicherheit. Eine österreichische Paketgebühr soll diese Flut nun eindämmen, wie die INITIATIVE ÖSTERREICH 2040 fordert.

Es tut sich was an der Billigproduktefront. Nicht zuletzt durch das Engagement der INITIATIVE ÖSTERREICH 2040 geht es Temu, Shein und Co. nun langsam, aber sicher an den Kragen. „Unsere Forderung der Einführung einer Paketgebühr für China-Billigwaren unter 130 Euro wird in der Regierung bereits heiß diskutiert, allerdings sind wir über die geplante Verwendung der Steuereinnahmen etwas irritiert“, so Thomas Perdolt, Geschäftsführer der INITIATIVE ÖSTERREICH 2040. Die zusätzlichen Einnahmen, so Perdolt, sollten aus unserer Sicht für die Unterstützung der Wirtschaft eingesetzt werden, um nachhaltig den Standort zu verbessern. „Stattdessen möchte die Regierung die Gelder in eine Mehrwertsteuersenkung auf Lebensmittel umleiten, die kaum jemand spüren wird.“

95 % der getesteten Spielwaren aus China waren mit falschen Warnhinweisen versehen.*

Impo(r)tenz-Shirt?

So fielen 68 % aller chinesischen Produkte, welche die deutsche Stiftung Warentest unter die Lupe nahm, durch. Darunter Ladegeräte, die Brände auslösen können, Spielsachen mit falschen Warnhinweisen (95 %!) oder Kleidung mit verbotenen Weichmachern, die bis zur Unfruchtbarkeit führen können. Dazu kommen Skandale wie das Anbieten von Sexpuppen, die wie Kinder aussahen und für Pädophile gedacht waren, bei Shein in Frankreich. Die Grande Nation drohte daraufhin mit einem Verbot, und der China-Konzern lenkte ein.

Pädophilen-Spielzeug?

„Billigprodukte zu Dumpingpreisen gefährden aber nicht nur unsere Kinder, unsere Gesundheit und unsere Sicherheit, sondern auch unsere Jobs“, so Perdolt. Die Initiative fordert daher die Einführung einer allgemeinen Paketgebühr auf Pakete aus dem EU-Ausland, damit „das Vertrauen in faire Marktbedingungen wieder hergestellt wird“. Qualitätswaren „made in Austria“ oder „made in Europe“, die nach strengen Vorgaben produziert werden, sind sonst deutlich benachteiligt. „Produzenten von Billigwaren aus dem Nicht-EU-Ausland zahlen weder Steuern noch Zölle, während unser Arbeitsmarkt und der Standort massiv unter Druck stehen.“ Die Einführung einer Paketgebühr könnte diesen Druck senken und diejenigen belohnen, die sich an alle notwendigen Vorgaben halten.

EU-Regelung gut – aber es geht besser.

Die EU hat das Thema auch endlich erkannt und beendet die bisherige Zollfreiheit für Pakete aus Drittstaaten unter 150 Euro Warenwert ab 1.7.2026. Auf diese wird dann eine Gebühr von drei Euro fällig. Für Perdolt geht das nicht weit genug. „Wir fordern die österreichische Bundesregierung dazu auf, den strukturellen Wettbewerbsnachteil für unsere Betriebe – die sich an alle Gesetze halten und mit ihren Abgaben unser Gemeinwohl finanzieren – zu beseitigen.“

Konkret will die INITIATIVE ÖSTERREICH 2040 eine zusätzliche österreichische Paketgebühr: „Der Bund ist dazu verfassungsrechtlich befugt.“ Damit soll die Flut an Paketen voller gesundheits- und sicherheitsgefährendender Produkte eingedämmt werden. „Diese Abgaben sollen direkt dem heimischen Fiskus zufließen.“ Das hat einen doppelten Effekt: Zum einen wird Geld frei, mit dem die Schuldenlast des Bundes gesenkt werden kann, zum anderen wird der Standort Österreich entlastet.

 

* QUELLE: STIFTUNG WARENTEST,

TAGEBUCH der INITIATIVE ÖSTERREICH 2040:

Gut Ding braucht offensichtlich Weile – sehen Sie anhand unseres Tagebuch-Barometers, wie lange die jeweilige Forderung der österreichischen Familienbetriebe bei den zuständigen Ministern bereits in Bearbeitung ist.

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